Zervikalsyndrom – häufige Ursache für Schmerzen im Nacken

Das lateinische Wort cervicales bedeutet Hals oder Nacken und deshalb bezeichnet die Medizin Beschwerden im Bereich der Halswirbelsäule auch als Zervikalsyndrom. Von solchen Beschwerden, die verschiedene Ursachen haben können, sind sehr viele Menschen betroffen. In den westlichen Industrieländern leidet etwa jeder dritte Erwachsene unter Nackenschmerzen, die häufig auch bis in die Schultern und Arme oder den Kopf ausstrahlen und sehr heftig sein können. Auch Nackenschmerzen und Verspannungen treten häufig auf.

Welche Ursachen hat das Zervikalsyndrom?

Zervikalsyndrom - häufige Ursache für Schmerzen im NackenWie bereits erwähnt, sind die Ursachen für ein Zervikalsyndrom vielfältig. Sehr häufig ist es darauf zurückzuführen, dass Menschen die Halswirbelsäule einseitig belasten oder fehlbelasten. Wer zum Beispiel viele Stunden täglich am Computer, an einer Maschine oder am Steuer eines Autos sitzt und immer die gleichen monotonen Bewegungen ausführt, wird häufiger an einem Zervikalsyndrom leiden, als Menschen mit abwechslungsreichen Aufgaben oder solchen, die sich als Ausgleich in der Freizeit sportlich betätigen. Dem Zervikalsyndrom kann aber auch vorgebeugt werden, wenn man auf die richtige Sitzposition achtet bzw. so weit wie möglich Postitionsänderungen vornimmt und ein paar Entspannungsübungen in den Alltag integriert.

Dazu muss man wissen, dass die Halswirbelsäule des Menschen von Natur aus eine gewisse Hohlschwingung aufweist. So entlastet sie automatisch die zwischen den Wirbelkörpern liegenden Bandscheiben, die als Puffer wirken. Durch falsches Sitzen und falsche Körperhaltung kommt es zuerst zu einer Verspannung der Muskulatur des oberen Rückens und danach zu einer geraderen Stellung der Wirbelsäule oder sogar zu einem nach vorn geneigten Rundrücken. Das wiederum führt dazu, dass die Bandscheiben viel schneller als normal abgenutzt werden und ihre Pufferfunktion nicht mehr richtig ausführen können.

Dadurch kann es im schlimmsten Fall nicht nur zu Muskelschmerzen und Nackenschmerzen, sondern auch zu sehr schmerzhaften Nervenreizungen bis hin zu neurologischen Störungen kommen. Neben einer Fehlbelastung der Wirbelsäule sind auch bestimmte Erkrankungen wie Spondylose, Arthrose, Morbus Bechterew, Skoliose oder Osteoporose Auslöser eines Zervikalsyndroms. Auch ein Schleudertrauma zum Beispiel nach einem Auffahrunfall oder ein Knochentumor kann als Auslöser infrage kommen.

Ähnliches gilt für falsche Kopfhaltungen beim Schlafen. Oft entsteht ein Zervikalsyndrom mit starken Nackenschmerzen allein durch ein ungeeignetes Kopfkissen oder die falsche Matratze. Was viele Menschen aber nicht wissen, auch Stress, Sorgen oder Trauer, also rein psychische Ursachen, können zu Verspannungen führen und so ein Zervikalsyndrom auslösen.

Wie kann ein Zervikalsyndrom diagnostiziert werden?

Am Anfang steht immer die körperliche Untersuchung. Der behandelnde Arzt ertastet, ob die Schulter-und Nackenmuskulatur verhärtet und verspannt, der Kopf in seiner Beweglichkeit eingeschränkt ist. Darüber hinaus stehen ihm verschiedene bildgebende Verfahren zur Verfügung. Er kann die Körperregion röntgen, eine Computertomografie (CT)oder eine Magnetresonanztomografie (MRT) durchführen, um den Ursachen für Kopfschmerzen und Nackenschmerzen auf die Spur zu kommen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei einem Zervikalsyndrom?

Zervikalsyndrom - häufige Ursache für Schmerzen im NackenAn erster Stelle steht dabei das Ziel, die verspannte Muskulatur wieder aufzulockern, um die Schmerzen zu beseitigen oder wenigstens zu bessern. Dazu sind krankengymnastische Übungen sehr geeignet, die der Patient durch einen Physiotherapeuten erhält, aber nach entsprechender Anleitung auch selbst durchführen kann. Auch Gymnastik und Aquagymnastik sind gerade bei Nackenschmerzen wohltuend, ebenso eine Wärmetherapie mit Rotlicht, wärmenden Kompressen, Wärmepflastern, Wärmekissen und Einreibungen.

Bei starken Schmerzen helfen Schmerztabletten wie zum Beispiel Paracetamol oder Tilidin. Sie helfen dabei, dass Betroffene sich erst einmal wieder schmerzfrei oder schmerzarm bewegen können, eine der Voraussetzungen für krankengymnastische Übungen. Bei starken Schmerzen gibt es auch noch das so genannte Quaddeln. Dabei wird ein Schmerzmittel mit mehrfachen Einstichen unter die Haut gespritzt. Auch dadurch kommt es zu einer Entspannung der Muskulatur.

Liegen schon Nervenentzündungen vor, verschreibt der Arzt entzündungshemmende Medikamente wie zum Beispiel Ibuprofen oder Diclofenac. Eine Behandlung mit schwachem Reizstrom und Ultraschall wird auch hin und wieder verschrieben. Beim nervlich bedingten Zervikalsyntrom ist darüber hinaus auch eine Psychotherapie zweckvoll.

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